SEO ist nicht tot – aber die Suche hat sich verändert

Technologie

Rahel Schaad

10. Februar 2026

Wer heute etwas wissen will, klickt immer seltener zehn Links an. Google liefert Antworten direkt aus. KI-Tools wie ChatGPT oder Perplexity fassen Inhalte zusammen, vergleichen Quellen und formulieren Empfehlungen.

Für Unternehmen verändert das die Spielregeln. Früher ging es darum, für ein Keyword möglichst weit oben zu stehen. Heute geht es darum, verstanden zu werden, von Menschen und von Maschinen.

Die entscheidende Frage lautet nicht mehr nur:
Wie komme ich auf Platz 1?
Sondern:
Wie werde ich zur Quelle, auf die sich KI-Systeme stützen?

Was steckt hinter AIO, AEO und LLMO?

Rund um KI und Suche kursieren aktuell viele Abkürzungen. Sie beschreiben keine völlig neuen Disziplinen, sondern unterschiedliche Blickwinkel auf dieselbe Entwicklung.

AIO: Artificial Intelligence Optimization

AIO ist der Oberbegriff. Gemeint ist die Optimierung von Inhalten und digitalen Auftritten für KI-Systeme allgemein. Also nicht nur für klassische Suchmaschinen, sondern auch für Chatbots, Sprachassistenten und andere KI-gestützte Anwendungen. Im Kern geht es darum, Inhalte so aufzubereiten, dass sie klar, einordnungsfähig und verlässlich sind.

AEO: Answer Engine Optimization

AEO fokussiert sich auf konkrete Antworten. Inhalte werden so strukturiert, dass sie von Google, KI-Suchfunktionen oder Sprachassistenten direkt als Antwort übernommen werden können. Nicht der Klick steht im Vordergrund, sondern die Nennung als Quelle.

LLMO: Large Language Model Optimization

LLMO beschreibt die Optimierung für grosse Sprachmodelle wie GPT, Gemini oder Claude. Diese Modelle arbeiten nicht mit klassischen Rankings, sondern mit Wahrscheinlichkeiten, Kontext und Bedeutungszusammenhängen.
Damit Inhalte korrekt wiedergegeben werden, müssen sie eindeutig, konsistent und maschinenlesbar sein.

Der gemeinsame Nenner:

Es geht weniger um Keywords und mehr um Verständlichkeit, Struktur und Vertrauen.

Drei Entwicklungen, die Unternehmen jetzt betreffen

  1. Antworten ersetzen die klassische Suche
    KI-gestützte Antworten werden für viele Fragen zur ersten Anlaufstelle. Wer dort nicht vorkommt, wird schlicht nicht wahrgenommen. Das ist keine Zukunftsvision, sondern Alltag.

  2. Klicks verlieren an Bedeutung
    Wenn Antworten direkt angezeigt werden, entfällt oft der Website-Besuch. Das wirkt auf den ersten Blick negativ. Tatsächlich ist eine Nennung in einer KI-Antwort aber ein starkes Signal: Die KI stuft deine Inhalte als relevant und vertrauenswürdig ein. Sichtbarkeit bedeutet heute nicht nur Traffic, sondern Reputation.

  3. Die Customer Journey wird fragmentierter
    Recherche findet nicht mehr an einem Ort statt. Ein Thema beginnt vielleicht in ChatGPT, wird auf YouTube vertieft, in Foren diskutiert und erst später über Google abgeschlossen.

Für Unternehmen heisst das: Autorität entsteht nicht nur auf der eigenen Website, sondern durch Konsistenz über verschiedene Kanäle hinweg.

Was das für deine Inhalte bedeutet

KI-Systeme müssen Inhalte nicht nur finden, sondern verstehen können. Das verändert den Aufbau von Texten. Bewährt haben sich unter anderem:

  • klare Antworten zu Beginn eines Artikels

  • logisch strukturierte Überschriften

  • kurze, präzise Absätze

  • saubere Trennung von Fakten, Einschätzungen und Beispielen

  • konsistente Bezeichnungen für Unternehmen, Produkte und Personen

Nicht, um für Maschinen zu schreiben. Sondern um Informationen so aufzubereiten, dass sie für alle verständlich bleiben.

Saubere Technik ist Grundlage

Auch technisch braucht es ein solides Fundament:

  • semantisch sauberes HTML

  • strukturierte Daten (Schema Markup)

  • schnelle Ladezeiten

  • mobile Nutzbarkeit

Diese Punkte sind kein Nice-to-have. Sie entscheiden mit darüber, ob Inhalte korrekt interpretiert und weiterverwendet werden.

Autorität entsteht durch Klarheit und Konsistenz

KI-Modelle bauen ihr Wissen aus vielen Quellen auf. Wenn Informationen widersprüchlich oder unklar sind, entsteht kein sauberes Bild. Deshalb wird es immer wichtiger, dass:

  • Unternehmensdaten überall gleich geführt sind

  • Aussagen zur eigenen Leistung konsistent bleiben

  • Inhalte sich gegenseitig sinnvoll ergänzen

Kurz gesagt: Klarheit wird zur neuen Sichtbarkeit.

Fazit: Sichtbar bleibt, wer verständlich ist

SEO verschwindet nicht. Es verändert sich. Der Fokus verschiebt sich von Rankings zu Relevanz, von Klicks zu Vertrauen. Gerade für KMU liegt darin eine Chance: Wer echtes Fachwissen sauber strukturiert und verständlich kommuniziert, kann auch ohne riesige Budgets sichtbar werden.

Wenn du wissen willst, wie sich deine Inhalte, deine Website oder deine digitale Präsenz auf diese neue Realität ausrichten lassen, lass uns darüber sprechen.

Pic Credit: Sandro Rybak

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